Wie Omega3-Fettsäuren das Herz schützen

Der Blick nach Japan und Norwegen zeigt: Wer viel Fisch isst, kann mit besserer Gesundheit profitieren. Menschen mit Herzproblemen winkt ein längeres Leben.

 
 
  

Omega-3-Fettsäuren können das Risiko vor einem Herzinfarkt senken

Eskimos gaben den Medizinern lange Zeit Rätsel auf. Kaum ein Eskimo erlitt trotz seiner sehr fettreichen Nahrung jemals einen Herzinfarkt. Des Rätsels Lösung: Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Grönland-Bewohner sich mit ihrem hohen Fischverzehr schützen. Die im Fischfleisch enthaltenen Omega3-Fettsäuren reduzieren deutlich das Risiko von Herz-/Kreislauferkrankungen.Ein Thema, das die Wissenschaft aufwändig verfolgte: Insgesamt mehr als 40.000 Menschen nahmen über Jahre hinweg an Studien in Japan und in Italien teil, in denen der Zufall darüber entschied, ob ein Studienteilnehmer Omega3-Fettsäuren erhielt oder zur Kontrollgruppe gehörte, die ein Placebo bekam. Solche Studien verfügen über höchste Beweiskraft und wiesen eindeutig nach: Omega3-Fettsäuren können bei Menschen mit bestimmten Herz-Kreislauf-Problemen das Leben verlängern.

Fisch schützt vor plötzlichem Herztod

Wer viel Fisch isst, kann mit besserer Gesundheit profitieren. Das beweist auch der Blick nach Japan. Dort essen die Menschen viel Fisch – mit erfreulichen Folgen für die Herzgesundheit: Ihr Omega-3-Index fällt deutlich höher als in anderen Industrienationen aus. Proportional dazu sinkt das Risiko, an plötzlichem Herztod zu versterben. Die Vorkommen in Japan beträgt lediglich 7,8 / 100.000 Personenjahre. In Deutschland liegt es bei 148 / 100.000.

Die Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eikosapentaensäure (EPA) führen zu einer verbesserten Durchblutung. Denn sie wirken positiv auf rote Blutkörperchen, erweiternd auf Blutgefäße und senken den Gehalt an Triglyceriden. 

 
 
  

Ab wieviel Gramm setzt die Wirkung ein?

Vorbeugend können Omega-3-Fettsäuren gegen Gefäßverkalkung wirken. Denn wer mehr Omega-3-Fettsäuren statt weniger gesättigter tierischer Fette zu sich nimmt, senkt seine Triglycerid- und LDL-Cholesterinwerte im Blut.

Die Frage lautet nur: Wie viel DHA und EPA sollte man täglich zu sich nehmen, um tatsächlich gesundheitlich zu profitieren? Empfehlungen gibt es viele. Mehrere wichtige Organisationen raten zu mindestens 200 mg während der Schwangerschaft, Herzgesellschaften meist zu etwa 1 g pro Tag und andere Institutionen sogar zu bis zu 4 g am Tag.

Gehirn-Turbo und Herz-Schutz

Die Unsicherheit bezüglich der richtigen Dosis wird nicht kleiner dadurch, dass man es dem Lachs auf seinem Teller nicht ansieht, wie viel Omega3-Fettsäuren er enthält – die Schwankungen können erheblich sein. Richtig ist es auf jeden Fall, dass Menschen mit hohem Körpergewicht mehr DHA und EPA brauchen als Menschen, die weniger auf die Waage bringen. Unterm Strich hat sich die Empfehlung durchgesetzt, dass 1 g pro Tag zu einem günstigen Effekt führt.

Eins ist auf jeden Fall klar: Ausreichend Omega 3-Fettsäuren wirken auf die Gesundheit des Menschen förderlich. Für das Gehirn können sie jede Menge Power bringen, dem Herzen lebensverlängernden Schutz bieten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO wäre sicher zufrieden, wenn noch mehr Menschen darauf achten würden, stets ausreichend mit Omega3-Fettsäuren versorgt zu sein.