Omega3-Fettsäuren, der Turbo fürs Gehirn

Für das menschliche Gehirn nehmen Omega3-Fettsäuren eine besondere Rolle ein - sie können die Hirnleistung beeinflussen – bei Kindern genauso wie bei Senioren.

 
 
  

Omega 3-Fettsäuren können die Leistung des Gehirns steigern

Omega 3-Fettsäuren gehören zum Lebenselixier des Menschen, können sogar die Leistung unseres Gehirns steigern. Studien haben dies sowohl bei Kindern als auch bei Senioren nachgewiesen. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei den aktivsten Omega 3-Fettsäuren zu, nämlich EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren muss jeder Mensch über die Nahrung aufnehmen – regelmäßig, ausreichend und schon von vor der Geburt an.

Die Versorgung des Körpers mit Omega3-Fettsäuren ist allerdings keine Selbstverständlichkeit. Denn sie kommen zu einem großen Teil aus dem Meer. Omega3-Fettsäuren sind in so genannten Kaltwasserfischen enthalten. Lachs, Makrele und Sardine liefern mit ihrem dunklen Fleisch deutlich mehr Fett und Omega3-Fettsäuren als Scholle oder Seelachs.

Warum Fischöl so wertvoll ist

Das aus ihnen gewonnene Fischöl gilt als besonders wertvoll, weil es die aktivsten Omega3-Fettsäuren enthält: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Sogar die strenge Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht in diesen beiden Säuren enormes Potential für die Gesundheit des Menschen. Die EFSA stellte klar, dass EPA und DHA tatsächlich Herzgesundheit und Blutfettwerte beeinflussen können. Für DHA wurde zudem offiziell bekannt gegeben, dass es für Gehirn und Sehen von Nutzen sein kann.

Eine Studie (Ryan, 2008) ergab: Bereichern werdende Mütter ihre Nahrung jeden Tag um zwei Gramm DHA und EPA, fällt der Intelligenzquotient ihrer Kinder im Alter von vier Jahren um vier Punkte besser aus als bei anderen Kindern. Mütter, die während der Schwangerschaft Omega3-Fettsäuren zu sich nehmen, bekommen also schlauere Kinder.

Power fürs Gehirntempo

Experten wundern sich darüber nicht, sie wissen: Etwa 40 Prozent der Fettsäuren im Gehirn bestehen aus DHA, die für die Flexibilität und Durchlässigkeit der Gehirnzellmembranen verantwortlich ist – und damit auch für deren Kommunikationstempo. Dass DHA und EPA für das Gehirn jede Menge Power liefern, bestätigt auch eine Untersuchung aus Norwegen. Wissenschaftler befragten dort mehr als 2000 Frauen und Männer im Alter von 70 bis 74 Jahren zu ihren Essgewohnheiten - und testeten sie mit Denkaufgaben. Ergebnis: Schon wer im Schnitt mehr als zehn Gramm Fisch pro Tag verspeiste, schnitt besser ab. Die besten Leistungen erbrachte die Gruppe, die jeden Tag auf mehr als 75 Gramm Fisch kam (Studie Nurk et al. 2007). DHA und EPA helfen also auch, im Alter fit zu bleiben.

Wichtig für das Sehen

Doch nicht nur auf die Entwicklung des Gehirns und seine Leistungen haben Omega 3-Fettsäuren einen großen Einfluss. Sie spielen auch für das Sehen eine  wichtige Rolle. In der Netzhaut des Auges macht DHA etwa 60 Prozent aller Fettsäuren aus – und entscheidet damit maßgeblich über die Qualität des Sehens.
Kein Wunder, dass Fernando Gómez-Pinilla ins Schwärmen kommt. Der Neurobiologe von der Universität von Kalifornien in Los Angeles forscht über Omega-3 Fettsäuren, sagte: „Es besteht die aufregende Möglichkeit, dass man durch eine veränderte Zusammensetzung der Nahrung die kognitiven Fähigkeiten erhöhen, das Gehirn vor Schäden schützen und dem Altern entgegenwirken kann.“